Alle zwei Jahre wird in Neustadt an der Weinstraße, der „Wiege der Demokratie“, der Hambacher Freiheitspreis für besondere Verdienste um dieselbige verliehen. In diesem Jahr erhielt ihn der polnische Verfassungsrechtler und Menschenrechtsaktivist Adam Bodnar. In seiner Laudatio würdigte Frank-Walter Steinmeier dessen Einsatz für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Völkerverständigung.
Das Demokratiefest erinnert an den Protestzug im Jahre 1832, welcher damals mit 30.000 Teilnehmern auf dem Marktplatz vor dem Neustadter Rathaus begann und bei dem, nicht ohne Gefahr für Leib und Leben, für demokratische Ziele demonstriert wurde. Viele führten bei dem beschwerlichen Weg zum Hambacher Schloss Fahnen, Armbinden oder Rosetten in den Farben Schwarz, Rot und Gold mit symbolträchtiger Bedeutung:
«Aus der Schwärze der Knechtschaft durch blutige Schlachten (rot) ans goldene Licht der Freiheit.»
Der erstmals 2022 vergebene Freiheitspreis ist eine Skulptur aus dem heimischen „Haardter“-Sandstein der Firma Leonh. Hanbuch & Söhne GmbH und wurde von dem Neustadter Bildhauermeister Bernhard Mathäss entworfen und ausgearbeitet. Sie zeigt das Hambacher Schloss hoch auf dem Berg. In die Bergflächen sind die Jahreszahlen des Protestzuges und der Verleihung eingearbeitet und stellen mit ihrer gegeneinander verkippten Form die Sprengwirkung des historisch wichtigen Ereignisses dar, welches die ‚politische Landschaft in Deutschland nachhaltig veränderte. „Der wichtigste Aspekt ist eigentlich die Darstellung des Weges“ so Bildhauer Mathäss. „Es ist ganz bewusst keine schön geschwungene Bergstraße, sondern ein steiler, beschwerlicher und auch gefährlich anmutender Pfad. Er ist Sinnbild, dass die Freiheit nicht selbstverständlich ist, sondern oft unbequeme Arbeit und manchmal auch Mut erfordert.“ Der stilisierte, ortstypische Kastanienzweig steht dabei für die gewachsene starke Demokratie und die ständige Verantwortung zu ihrem Erhalt durch fortwährende Pflege



